Weil sie gutgläubige Anleger aus ganz Deutschland um ihr Geld gebracht haben sollen, sitzen ein 53 Jahre alter Mann und seine 48 Jahre alte Frau von Freitag (9.30 Uhr) an auf der Anklagebank. Die 9. Strafkammer des Magdeburger Landgerichts muss klären, ob das Paar im Allgemeinen und der Angeklagte im Speziellen zwischen März 2012 und November 2015 Gelder erschlichen und auf eigene Konten transferiert hat. Dem Mann, der aus Wernigerode im Harz stammt, werden 192 und der Frau 580 Straftaten vorgeworfen. Ihm werden gewerbsmäßiger Betrug und das unerlaubte Betreiben von Bankgeschäften zur Last gelegt, ihr gewerbsmäßige Geldwäsche.
Insgesamt geht es dem Gericht zufolge um 1,9 Millionen eingezahlte Euro - rund 1,4 Millionen Euro sollen auf Konten weitergeleitet oder bar für eigene Zwecke abgehoben worden sein. «Deckmantel» des Millionenschwindels soll das vermeintlich sichere Anlagemodell «Direktinvest Plus» gewesen sein, das der 53-Jährige ohne die notwendige Erlaubnis vertrieben haben soll. Insgesamt gibt es in dem Prozess, der zunächst bis 31. Januar 2018 terminiert ist, 88 Adhäsionskläger. Die Geschädigten fordern im Strafverfahren zivilrechtlichen Schadenersatz. 32 Zeugen sollen gehört werden.