Was hat der kleine Harzort Sankt Andreasberg mit den Weltstädten Paris, London, Rom und Berlin gemeinsam? Auf den ersten Blick nichts, auf den zweiten mehr als gedacht: Allesamt sind sie Gegenstand einer groß angelegten Studie über „Krisen und Solidarität“. Sie wird vom Woolf Institute in Cambridge erstellt. Während der gebürtige Harzer Dr. Jan-Jonathan Bock  vorrangig in Berlin, Rom und – gemeinsam mit einer Kollegin – in London über „Migration und Solidarität“ forschte, kümmerte sich ein weiterer Mitstreiter um Paris. Im Zuge seiner Studien machte er sogar einen Abstecher nach Dresden, um sich selbst einen Eindruck von der Pegida-Bewegung und der, so Bock, „Anti-Willkommenskultur“, zu verschaffen. 
Als er Kenntnis davon erhielt, dass in Sankt Andreasberg im Herbst 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise eine – im Vergleich zur Einwohnerzahl – riesige Notunterkunft mit 1500 Bewohnern eingerichtet werden sollte, war er sofort Feuer und Flamme. Er wollte diese in das Forschungsprojekt mit einbeziehen. Denn bis dato war die Thematik vor allem aus städtischem Blickwinkel beleuchtet worden. Erkenntnisse aus dem ländlichen Raum sollten die Forschungsergebnisse im Hinblick auf Krisenerfahrungen und das multikulturelle Zusammenleben in Europa abrunden.

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