Ein Schlaganfall ist ein Notfall. Wenn er kommt, zählt jede Minute. Bei Warnzeichen wie hängendem Mundwinkel, Sprachstörungen und anderen neurologischen Ausfällen sollte sofort die 112 gewählt werden. „Die Rettungskette muss richtig funktionieren“, betonte die Notfallmedizinerin Dr. Ulrike Cretan von den Asklepios-Harzkliniken Goslar bei der Telefonaktion der Goslarschen Zeitung im Pressehaus. Als Leiterin der Asklepios-Rettungsstelle sind Notfälle Ulrike Cretans Fachgebiet – auch wenn für Schlaganfälle im Landkreis generell die Klinik in Seesen als „Stroke Unit“, also als spezialisierte Schlaganfallstation, zuständig ist. Der Ärztin ist besonders wichtig: Wird ein Schlaganfall innerhalb von etwa viereinhalb Stunden festgestellt, kann eine sogenannte „Lyse-Therapie“ angewendet werden. Hierbei kann das mögliche Gerinnsel, das den Schlaganfall verursacht, mithilfe eines Medikaments aufgelöst werden. 
Für die Fragen der Anrufer nahm sich die Ärztin viel Zeit. Rat suchte etwa ein 83-Jähriger, der vor zwei Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte. „Mein Problem ist das Autofahren“, sagte er. „Ein Arzt riet mir davon ab, ich möchte aber gerne noch selber fahren. Was soll ich tun?“ Ein Fahrverbot nach Schlaganfällen gebe es ausdrücklich nicht. Anders sehe es bei Patienten aus, die unter Krampfanfällen oder unklaren Bewusstlosigkeiten leiden. Aber Cretan ergänzte: „Man muss selbstkritisch mit sich umgehen und sich fragen, wie ist es mit dem Hören, wie ist es mit dem Sehen? Die Verantwortung liegt bei Ihnen.“ Ein Tipp der Ärztin: „Der ADAC bietet Reaktionstests für Senioren an.“

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