Nein, als Vermittler habe er wirklich nicht seine Hände im Spiel gehabt, beteuert Christian Burgart, in Personalunion Oberbürgermeister-Referent in der Stadtverwaltung und als „Miner’s Rocker“ für die musikalischen Rammelsberg-Schichten mitverantwortlich. „Ich halte Ina Müller aber für eine sehr gute Wahl“, lobt er die designierte Paul-Lincke-Ringträgerin, deren Freund Johannes Oerding sich am 20. Mai 2016 auf der Bühne in der alten Schlosserei als wahre Rampensau entpuppte und einen unvergessenen Auftritt vor 700 entzückten Gästen hinlegte.

Den Ring gibt es für Ina Müller am 21. Juni im Oberharz. Und den entscheidenden Lincke-Kontakt zu Müller hat Fachjuror Heinz Cannibol hergestellt. Der ehemalige Hamburger Musikverleger, der mit Partner Roman Rybnikar bis Ende März 2014 mehr als elf Jahre lang das Label „105music“ betrieben und neben Müller unter anderem auch Annett Louisan und Stefan Gwildis unter Vertrag hatte, hält in Hahnenklee auch die Laudatio. Vorab lobt die gesamte Jury die Vorzeige-Norddeutsche in höchsten Tönen: „Als Sängerin, Moderatorin, Autorin und Kabarettistin ist Ina Müller Deutschlands ganzheitlichste Entertainerin. Mit Herz, Witz, Schalk und Seele wurde sie vom Gründungsmitglied des Kabarettduos ‚Queen Bee‘ zur Königin im Bienenstock der deutschen Unterhaltung – stets summend und brummend, nordisch frech bei jedem Wetter, das Herz weit wie die See, voller Geschichten und Gedanken zum Menschseinwollen und Menschseinmüssen.“

Mit Selbstironie, Rauchstimme und Hafenkneipen-Charme stoße sie sabbelnd zum Kern der Dinge vor, spreche sich und ihrem Publikum aus der Seele – als Chronistin von Land, Liebe und Leuten. „Plattdeutsch, aber nie platt. Kumpel-Typ und Kult-Blondine, Landei und Liebesbotin, Trompete und Trösterin – Bauerntochter Ina Müller weiß einfach, wie man beherzt Bullen kastriert. Und zwar nicht nur metaphorisch“, begründen die Juroren ihr Votum für Ina Müller.

Apropos Bauerntochter: Als vierte von fünf Töchtern hatte Müller in der Tat frühe und intensive Erfahrungen mit der Landwirtschaft. Morgens zuerst melken, später los zur Schule – vielleicht verständlich, dass es Müller irgendwann stank und sie nie wieder zurück aufs Land ziehen will, wie in Interviews nachzulesen ist: „Da war ja nie was los.“ Ihr Ortsbürgermeister ist trotzdem stolz auf seine Ehrenbürgerin. (Foto: dpa)