Christian Ehring ist wieder einmal zu Gast beim Seesener Kulturforum. Am Steinway-Flügel wird er zunächst „authentisch“: „Ich habe nicht geprobt, ich fang einfach mal an.“ Ob junge Eltern im Saal seien? Das ist die Brücke, um auf seinen Sohn zu sprechen zu kommen. Der ziehe jetzt aus, nach Buenos Aires in einen Slum: Freiwilliges soziales Jahr. Ehrings Argumente drehen sich um Kernkompetenzen, jugendliche „Freizeitgestaltung“ und Slum-Erfahrungen als Bewerbungspluspunkt für später.


„Keine weiteren Fragen“ ist der Titel des aktuellen Kabarett-Programms von Christian Ehring. Darin deutet sich die feste Perspektive des Älteren dem Sohn gegenüber an, unhinterfragbar und erschreckend schief in kabarettistischer Ironie entlarvt. Der Erzählstil vermittelt selbstgerechte Bewertungen. Die Vaterperspektive auf die Biografie für den Sohn und die Sicht auf das Flüchtlingsproblem sind die geschickt gespannten roten Fäden für das Bühnenspiel. Die Liedertexte passen sich dem an: „Bitte schaut uns beim Glücklichsein zu“, „Yogalehrer“ und „Resigniere doch einfach“.


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