Zumindest das Format ist ungewöhnlich: Das Buch des in Thale geborenen Klaus Schröter passt tatsächlich in jede Westentasche. Wer auf den Brocken wandert, kann es also mitnehmen. Der Inhalt eignet sich indes mehr dafür, um ihn zu bequem zu Hause im Sessel oder auf der Couch zu lesen.
Schröter, Jahrgang 1940, arbeitete als Lehrer für Deutsch und Geschichte und leitete das Museum in Blankenburg. Zudem ist er als Autor für Harzer Heimatschriften bekannt. Dem Brocken nähert er sich von Grund auf. Er erzählt aus der Geschichte, stellt die ersten Brockenbezwinger vor, präsentiert die seltene Brockenflora, nennt alle Brockenwirte und widmet „Wissenschaft, Technik und Kunst“ ein eigenes Kapitel.


In dem kleinen Büchlein lässt Schröter kein Thema aus, auch das Brockengespenst nicht, eine Wetterkapriole. Was ein wenig fehlt, ist das Überraschende, zumal der Titel ja in Aussicht stellt, dass Mythos und Wirklichkeit untersucht werden. So hätte es sich doch geradezu aufgedrängt, beim Text über den Brockenbesucher Heinrich Heine zu erwähnen, dass der ihm vielfach zugeschriebene Reim, „Viele Steine, müde Beine, Aussicht keine“ keineswegs von dem scharfzüngigen Schriftsteller stammt. Dies hatte vor einigen Jahren der einstige Ministerpräsident von Niedersachsen, Christian Wulff, auf Torfhaus behauptet.
Inhaltlich umfassend (auf kleinstem Raum) ist Schröters Brockenbetrachtung allemal. Wer den Autor kennenlernen möchte, muss nach Wernigerode fahren. Im Senioren- und Familienzentrum in der Steingrube stellt er sein Buch am Donnerstag, 26. Juli, um 14 Uhr vor.

Klaus Schröter. Der Brocken, Mythos und Wirklichkeit. Rhinoverlag. 5,95 Euro.