Sonst zwischen Washington, Moskau, Brüssel und gerade auch in Afghanistan unterwegs, gibt der Goslarer Sigmar Gabriel in diesen Tagen den "Außenminister im Binneneinsatz". In Goslar sprach er vor "Pulse of Europe", gestern war er beim Neujahrsempfang der Bad Harzburger Genossen (GZ live berichtete) und heute sprach er bereits auf dem Landesparteitag der SPD Sachsen-Anhalt in Wernigerode.

Die Genossen sind klare Worte von ihrem ehemaligen Bundesvorsitzenden gewohnt, erwarten sie vielleicht auch – und bekamen sie. Medienberichten zufolge äußerte Sigmar Gabriel in Wernigerode deutlich sein Missfallen am weiteren Vorgehen auf dem Weg zur eventuellen Großen Koalition.

Bei der SPD soll zunächst ein Bundesparteitag am 21. Januar über Koalitionsverhandlungen entscheiden, bevor dann die Mitglieder gefragt werden. Gabriel hatte stets dafür geworben, den SPD-Mitgliedern gleich die Entscheidung zu überlassen. Das jetzt gewählte Verfahren nannte Gabriel demnach „auch ein Misstrauen gegenüber der eigenen Basis“.

Neuzugänge an dieser Basis hieß Sigmar Gabriel in Wernigerode willkommen und übergab ihnen das Parteibuch. Vor dem Parteitag würdigte Gabriel dabei das aus seiner Sicht sehr gute Ergebnis der Sondierungen. Er erwarte aber auch,  dass in Koalitionsverhandlungen noch mehr herausgeholt werden solle. (Foto: dpa)