Im Jugendtreff wird am 4. April eine einwöchige Ausstellung zum Thema „Neofaschismus in Niedersachsen“ eröffnet. Getragen wird sie vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und von der städtischen Jugendförderung. Mit im Boot ist auch das Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus. Gerade im Vorfeld des bevorstehenden rechten Aufmarsches am 2. Juni in Goslar scheine es sinnvoll, wenn sich (nicht nur) Jugendliche mit dem Thema beschäftigen und eine differenzierte Haltung entwickeln können, so die Veranstalter in ihrer Einladung.

Nach Angaben der Landesregierung seien in Niedersachsen322 Straftaten von rechts im1. Quartal 2015 verübt worden. Mittlerweile seien auch diese Zahlen weitaus höher. Geht die ideologische und strukturelle Saat von Alt- und Neonazis allmählich auf? Können die jüngsten Ereignisse mit denen aus den Anfängen der „NS-Zeit“ verglichen werden? Oder haben die Ausbreitung rassistischen Denkens, der daraus resultierende Hass und die Gewalt heute ganz andere Gründe als damals?

Die Ausstellung, die bis 11. April läuft, werde diese Fragen erörtern. Außerdem solle sie dazu beitragen, dass die erschreckenden Bilder von Übergriffen rechter Gruppierungen nicht zum Normalfall im deutschen Alltag werden. Sie möchte Aufklärung darüber geben, wie Ideologie und Praxis des Neofaschismus aktuell wirken. Ebenso sollen Ursachen für die Ausbreitung von Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und rechte Militanz aufgezeigt werden.

Die Ausstellung kann vom 4. bis 11. April jeweils in der Zeit 14 bis 18 Uhr besichtigt werden. Schulklassen oder Gruppen können sie auch vormittags zwischen 9 und 13 Uhr besuchen. Dafür ist aber eine Voranmeldung im Jugendtreff nötig.