Martha Gollert brennt ein Thema unter den Nägeln, bei dem sie sich vom Gesetzgeber im Stich gelassen fühlt. Die engagierte Frau aus Lautenthal hat wie viele andere Arbeitnehmer in Deutschland in der Vergangenheit über den Arbeitgeber eine Direktversicherung als Altersvorsorge abgeschlossen.

Mit dem Eintritt ins Rentenalter muss sie bei der Auszahlung entgegen den ursprünglichen Vertragsvereinbarungen mehrere tausend Euro Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen. „Ich will nicht jammern“, sagt sie. „Aber ich fühle mich ungerecht behandelt.“

Der Ursprung des Problems geht auf das Jahr 2004 zurück: Damals trat das „Gesetz zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung“ in Kraft. Auf die bis dahin beitragsfreien Auszahlungen aus Direktversicherungen wurden quasi über Nacht bei Rentenantritt Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig. Damit wurden sie den Betriebsrenten und Versorgungsbezügen gleichgestellt. Das Gesetz wirkte sich auch auf die knapp sechs Millionen Arbeitnehmer mit Altverträgen aus, die 2004 bereits abgeschlossen waren.

Martha Gollert möchte nun einen Stammtisch gründen, um weitere Betroffene zu finden und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.


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