Heute ist Mittwoch, 22. August 2018. Die Sonne ist heute 14:11 Stunden bis zum Sonnenuntergang um 20.25 Uhr unterwegs, um genau 6.14 Uhr geht sie über dem "Tag der Fische" auf.

Tatsächlich, diesen Aktionstag haben wir heute. Zumindest laut "Liste von Aktions- und Gedenktage" des Online-Lexikons Wikipedia. Das Portal "kuriose-feiertage.de" behauptet dagegen (auch ohne Beleg), der Aktionstag wäre ein Fake. Eingetragen von einer Frau, die gern einen Aktionstag an ihrem Geburtstag, dem 22. August, gehabt hätte.

Wie dem auch immer sei, tatsächlich wurde der Aktionstag auf Wikipedia im September 2007 eingetragen. Von so bekannten Größen wie Yk~dewiki. Nie gehört? Macht nichts. Yk~dewiki ist schon lange nicht mehr aktiv, die Spur verliert sich in der Weite der fischigen Meere...

Der Aktionstag aber entwickelte ein Eigenleben. Von Verbänden über Zeitungen bis hin TV-Sendern wird seit nunmehr elf Jahren am 22. August an den "Tag der Fische" erinnert. Niemanden scheint zu stören, dass nirgendwo steht, wer diesen Aktionstag ins Leben gerufen hat. Er ist "zum Schutz aller Fischarten". Mehr steht in Wikipedia nicht – und wer will da schon dagegen sein.

Die "Allwissende Müllhalde" Internet bietet Zugriff auf Wissen wie nie zuvor – aber auch Zugriff auf jede Menge Müll und Fake-News. Selbst honorigste Magazine fielen schon darauf herein, so hängte der "Spiegel" dem Freiherrn von und zu Guttenberg 2009 den Vornamen Wilhelm an – den ein Scherzbold bei Wikipedia eingetragen hatte.

Auf Facebook werden unter Phantasienamen die irrsten Thesen aufgestellt – und "Netzreporter" zitieren eifrig daraus, ohne einen blassen Schimmer zu haben, wer sich warum beispielsweise hinter "Yk~dewiki" verbirgt.

Wer ein wenig nachdenkt, dem fällt nicht erst am "Tag der Fische" wie Schuppen von den Augen, dass das Internet die Welt nur scheinbar durchschaubarer macht. Auch wenn Twitter-Trump es nicht gern hören mag, spricht dies für seriöse Wissenschaft und gut recherchierten Qualitäts-Journalismus – ein wenig Werbung in eigener Sache darf sein...

Der virtuelle Massen-Müll-Trend nimmt zu. Es ist wichtig, dass die Jugend heute bestens ausgebildet wird im Umgang mit diesen Quellen. Dafür bräuchte es Top-Fachlehrer, IT-Experten und Medienwissenschaftler. Aber in Deutschland fehlen die Lehrer schon für die Grundfächer – und das ist leider keine Fake-Nachricht, sondern bittere Wahrheit. (Karikatur GZ/Harm Bengen)

Ein schönes Wochen-Bergfest wünscht das GZ-Team an diesem Mittwoch!

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