Heute ist Donnerstag, 13. September 2018. Die Sonne geht um 6.49 Uhr auf, ist 12:47 Stunden unterwegs bis zum Sonnenuntergang um 19.36 Uhr.

Heute und noch 44 Tage heißt es Daumen drücken – allerdings nicht so fest, dass man kein Geld mehr locker machen kann. "Alle für eine – Braunlage hebt ab!" ist das gestern Abend gestartete Crowdfunding-Projekt in Kooperation mit dem Internet-Portal "Kam on!" überschrieben, mit dem der WSV Braunlage eine Skischanzen- und Eventarena anschieben will.

Die Ehrenamtlichen im Verein haben sich am Brockenweg einen gewaltigen Brocken vorgenommen. 375.000 Euro müssen nach 45 Tagen Crowdfunding zusammen sein, sonst wird das rund 6 Millionen Euro teure Projekt schon vor dem Start zur Bruchlandung. Der erste Abend spülte 3,2 Prozent in die Kasse, knapp 12.000 Euro. Es ist also noch reichlich Luft nach oben...

"Alle für eine – Braunlage hebt ab!" Die Umsetzung der Idee könnte den Aufwind, in dem der Harz seit wenigen Jahren segelt, weiter anblasen. Es wäre nicht die erste Idee, die aus Reihen der Bürgerschaft geboren wurde und eine Erfolgsgeschichte schrieb. Erinnert sei nur an den Baumwipfelpfad in Bad Harzburg, den einst Olaf Bewersdorf "vordachte" und zu dessen Realisierung 10 Jahre später der leider schon verstorbene Peter Piontek mit einigen Bad Harzburgern den letzten Anstoß gab.

Es sind solche Zugpferde, die der Harz braucht, um Besucherzahlen weiter zu steigern oder zumindest auf hohem Niveau zu halten. Und es sind vor allem die Zugpferde, auf die die Harzer selbst stolz sind (auch wenn es wie am Baumwipfelpfad vielleicht etwas brauchte...), denn dieses Gefühl überträgt sich auf die Gäste. Den Spruch "mia san mia" können wir getrost den Bayern überlassen, das Lebensgefühl allerdings ist des Nachahmens wert.

"Alle für eine – Braunlage hebt ab!". Eine harzweite Unterstützungswelle (mit Rückgabe-Garantie, sollte das Projekt scheitern) wäre ein großartiges Beispiel, dass der Harz immer weiter zusammenwächst. "Ein Harz" zum Abheben.

Und wer sich am Crowdfunding beteiligt, erhält nicht allein das schöne Gefühl, ein großes Projekt mit angeschoben zu haben. Es gibt auch handfeste Dankeschön, je nach Höhe der Geldgabe vom Schanzen-Basecap über die limitierte Schanzen-Schneekugel bis zum VIP-Sitzplatz und zum zweijährigen Namensrecht für eine Tribüne. Für 5000 Euro kann man sich den ersten Sprung von der internationalen Wettkampfschanze sichern – Höhenangst ist da allerdings eher hinderlich...

Einen inspirierenden Tag wünscht das GZ-Team – und die Zeit, sich dem Braunlager Crowdfunding-Projekt zumindest erstmal gedanklich zu nähern. Noch sind 44 Tage Zeit...

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