Heute ist Freitag, 14. September 2018. Exakt 12:43 Stunden ist die Sonne zwischen Sonnenaufgang um 6.51 Uhr und Sonnenuntergang um 19.34 Uhr unterwegs. Das herbstliche Intermezzo soll bereits wieder enden, zum Wochenende wird das verdiente Spätsommerwetter angekündigt.

Wenn man über Jahrzehnte interessierter Beobachter des politischen Geschehens in deutschen Landen ist, dann weiß man, dass es Wellenbewegungen gibt. Mal spannende Grundsatzdiskussionen, auch voller Schärfe, dann wieder zähe Debatten, die in der Wirkung jede Schlaftablette toppten.

Eines waren die Debatten im Deutschen Bundestag allerdings eher selten – dämlich. Dies aber scheint sich grundlegend geändert zu haben. Das vielfach rassistische Gehetze einer Partei, die unabhängig der anstehenden Themen immer wieder und ausschließlich ihre "Ausländer raus"-Parolen blökt, dürfte im Grunde nicht einmal das Zeug dazu haben, dass sich die Legislative eines demokratischen Staates so ausdauernd mit ihr befasst, wie dies derzeit mit der AfD geschieht.

Da beklatscht der Bundestag einen sich in Rage redenden Martin Schulz, der so viel Einsatz vielleicht besser als Kanzlerkandidat gezeigt hätte. Und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass das Parlament der AfD mal wieder auf den Leim gegangen ist. Die schaffte es mit endlos wiedergekäuten Sprüchen erneut in die Schlagzeilen.

Vielleicht wäre es besser gewesen, einen Herrn Gauland ganz ruhig und mit sachlichen Fragen zum Haushalt zu löchern. Denn um den ging es ja eigentlich. Da wäre der AfD-Chef wohl schnell entzaubert worden.

Der in gespielter Empörung arrangierte Auszug der AfD-Abgeordneten aus dem Parlament dürfte an vielen Stammtischen einmal mehr beifälliges Kopfnicken gezeitigt habe. Und wenn nun auch der von Landtagswahl-Phobien geplagte Markus Söder erschüttert feststellt, "die AfD marschiert Seit an Seit mit NPD, Pegida und Hooligans", dann geht dies im Grunde schon wieder am eigentlichen Problem vorbei, denn dass es da rechtsextreme Strömungen gibt, ist nun wahrlich nicht neu.

Neu und beängstigend ist vielmehr, dass dieses immer stärker werdenden Bündnis am äußersten rechten Rand mit simpelsten Holzhammerslogans immer mehr Zustimmung auch in Bevölkerungsschichten findet, die mal der bürgerlichen Mitte oder gar der linken Arbeiterschaft zugeordnet wurden.

Diese Strömung stoppt man nicht mit Tiraden gegen die AfD, sondern mit kluger und vor allem handelnder Politik in der Lebenswirklichkeit dieser Menschen. Und dies auf weit mehr Feldern als der Flüchtlingsfrage. Auch wenn ein Minister darin "die Mutter aller Probleme" sieht – wo er doch nicht selten selbst das Problem zu sein scheint. Rente, Pflege, Mieten, Hartz IV, Bildung, Digitalisierung – es gebe neben der Migrationsproblematik so viele Bereiche, auf denen sich Politiker profilieren könnten...

Ein schönes Wochenende wünscht das GZ-Team!

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