Heute ist der 16. September. Die Sonne geht um 6.55 Uhr auf und um 19.30 Uhr unter. Sie ist heute 12 Stunden und 34 Minuten unterwegs.

Ein dreifaches „Juhu!“ und „Hosianna“. Warum? Eigentlich wäre gestern, als es noch runde 100 waren, der richtige Tage gewesen, um es zu erwähnen. Aber Weihnachten hat eben die unangenehme Angewohnheit, einen mit seiner alljährlich wiederkehrenden Plötzlichkeit zu überraschen, wenn es schon längst zu spät ist. Deswegen heute: In 99 Tagen ist Weihnachten. Lieber schon jetzt Geschenke kaufen, denn man könnte ja morgen aufwachen und feststellen, dass der 23. Dezember ist. Und der fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag, eignet sich also nicht für ausgedehnte Last-Minute-Shoppingtouren.

Doch es gibt einen weiteren Grund, den heutigen Sonntag mit einem „Halleluja“ zu besingen, und der hat ebenfalls mit der Geburt des Messias zu tun. Auch wenn er ja eigentlich gar nicht der wahre ist. Oder ist er es vielleicht doch? Denn nur der wahre Messias würde seine Göttlichkeit bekanntlich leugnen… Naja, und so weiter.

Der Filmexperte unter den Lesern merkt schon, worauf das hinausläuft:

Heute vor 40 Jahren begannen die Dreharbeiten zu „Das Leben des Brian“ der britischen Komiker-Gruppe Monty Python. Ja, genau, der wunderbar klamaukig-lästerliche Streifen, der bereits vor seiner Veröffentlichung starke Proteste in christlichen und jüdischen Vereinigungen weltweit auslöste. Trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen – wurde das Werk zu einem Publikumsliebling und Klassiker der Filmgeschichte. Das British Film Institute wählte ihn sogar auf Platz 28 der besten britischen Filme aller Zeiten.

Zumindest in Deutschland hat die Toleranz gegenüber provokanter Filmkunst einige Fortschritte gemacht. Komiker müssen sich inzwischen mehr einfallen lassen, als ihre intelligente Kritik an religiösem Dogmatismus in ein schwarzhumoriges Gewand zu hüllen, um sich Vorführungsboykotten und –verboten gegenüber zu sehen, wie sie für „Das Leben des Brian“ in den USA und Norwegen verhängt wurden. Das ist doch ein Trost wenn man bedenkt, wie es in vielen Ländern der Welt auch heute noch um die Meinungs- und Religionsfreiheit bestellt ist.

Aber apropos schwarzer Humor: Ausgerechnet heute ist in Deutschland auch der Tag des Friedhofs. Seit 2001 steht das dritte Wochenende im September unter diesem Motto. Initiiert wurde die Aktion vom Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF). Vielerorts finden deswegen heute Führungen und Aktionen auf Friedhöfen statt, die laut dem BdF „den Menschen die Bedeutung des Friedhofs als Ruhestätte, Ort der Trauerbewältigung, Erholungs- und Lebensraum näher bringen und den Umgang mit den Themen Tod und Trauer enttabuisieren sollen“. Obwohl in Goslar keine Aktionen anlässlich des Friedhofs-Tages stattfinden, kann man sicher auch hier die Gelegenheit nutzen, heute diese Orte der Ruhe zu besuchen.

Und wo wir gerade beim Thema Enttabuisierung sind des Todes sind, hier nochmal zurück zu „Das Leben des Brian“:

Ob nun andächtig erinnernd bei einem Spaziergang auf einem der Friedhöfe im Landkreis, schwarzhumorig vor dem Fernseher oder beides:  Die GZ wünscht einen schönen Sonntag.

Kommentare an die Autorin