Heute ist Montag, 17. September 2018. Die Sonne geht um 6.56 Uhr auf und verschwindet um Westen um 19.27 Uhr. Was uns heute 12:31 Stunden Tageszeit beschert.

Es gab einmal eine Zeit, da war für mich als bekennenden Gladbach- und mit Abstrichen Eintracht-Braunschweig-Fan nach einem Fußballwochende wie diesem die Welt mehr als in Ordnung. Aber die Zeiten ändern sich. Natürlich freue ich mich weiter, dass meine "Fohlen" gegen S04 gewonnen haben und die Eintracht endlich den ersten Dreier in Liga Drei gelandet hat. Aber das Drumherum nervt.

Ein Spieltag, der sich über Tage zieht, ehe man weiß, was ein Sieg wert ist. Und immer mehr Wettbewerbe, die zu verstehen langsam eines Studiums bedarf. Brauchten wir eine Nations League? Und die UEFA will einen dritten Wettbewerb.

Die Champions League bleibt unverändert mit 32 Klubs. Die Europa League, bei der die Ränge so schon selten voll sind, soll von 48 auf 32 Vereine reduziert werden. Nicht um sie attraktiver zu machen, sondern um in einem dritten europäischen Pokalwettbewerb weitere 32 Vereine einen Pokalsieger ausspielen zu lassen.

Dann dürften wir an jedem Abend Fußball haben. Meist im Pay-TV, aber darüber regt sich ja ernsthaft ohnehin schon niemand mehr auf. Und natürlich fangen alle Spiele um 20.45 Uhr an. Passt prima in irgendwelche Werbepläne. Nur für Schüler und Berufstätige, die früh raus müssen, werden das harte Nächte.

Da erklärt der DFB mit schöner Regelmäßigkeit, man müsse den Nachwuchs fördern, wird von Straßenfußballern gefaselt. Die Kinder sind einst nach Spielen noch rausgelaufen und haben versucht, als Rechtsfuß "Emma" Emmerichs linke Klebe von 1966 aus spitzem Winkel an der Wäschestange vorbei ins gedachte Netz zu dreschen. Heutzutage wäre es dazu einfach zu dunkel...

Es geht nur noch ums Geld. Und das ist noch längst nicht alles, wie der Journalist Moritz Küpper in seinem Buch "Es war einmal ein Spiel" aufzeigt. Er bezieht sich unter anderem auf eine Studie aus 2017, in der mehr als die Hälfte der befragten Fußballfans angeben, das Interesse am Profifußball zu verlieren, wenn die Kommerzialisierung so weiter gehe.

Heute soll das Wetter ja toll sein, viel Sonne, nicht zu heiß. Vielleicht sollte man mal wieder selber kicken, statt das eigenen Leben nach den Kommerz-Interessen des Fußballs zu gestalten.

Viel Spaß dabei wünscht das GZ-Team (auch allen, die sich nicht für Fußball interessieren und so das Problem gar nicht erste haben...)!

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