Friedhöfe sind nicht nur Orte der Trauer, sondern auch Zeugnisse der Erinnerungskultur früherer Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte. Der Zahn der Zeit nagt jedoch auch an gusseisernen Kreuzen, Erinnerungstafeln und Statuen. Seit Jahren bewahrt der Clausthaler Metallurge und Werkstoffwissenschaftler Prof. Volkmar Neubert besondere Einzelstücke vor dem Verfall – ehrenamtlich und ohne viel Worte.

Jüngstes Beispiel ist jener Engel, der seit Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Alten Friedhof stand, in den letzten Jahren aber mehrfach mutwillig beschädigt wurde. Nun hat er einen Platz auf dem neuen Clausthaler Friedhof gefunden – in der Hoffnung, dass er dort in Frieden gelassen wird (Foto: Bertram). Zweimal schon hat Volkmar Neubert die Statue aus Zink, die 1890 die Familie des Geheimen Bergrats Adalbert Noeggerath auf das Grab ihrer kleinen Tochter Helene hatte setzen lassen, restauriert. Die dritte Zerstörung verlangte „Anstrengungen, die ich allein nicht mehr bewerkstelligen konnte“, schildert der Metallurge. „Ich musste die Hilfe der Metallgießerei Funke in Alfeld in Anspruch nehmen.“ Das Ergebnis der Arbeiten ist beeindruckend. Aber, so Neubert, „eine erneute Zerstörung würde das endgültige Ende des Engels bedeuten“.


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