Ein aufsehenerregender Fall nähert sich dem Ende seiner juristischen Aufarbeitung. Im Prozess gegen den in Medien als „Koks-Arzt“ bezeichneten Harzer Mediziner, der sich wegen mehrfacher Vergewaltigung und möglicherweise wegen Mordes verantworten muss, ist im Januar mit einem Urteil zu rechnen. Der Ex-Chefarzt hatte in einer Klinik in Halberstadt gearbeitet und war in früheren Jahren auch in Hannover tätig. Seit Ende September wird sein Fall vor dem Landgericht Magdeburg verhandelt. Dem 42-jährigen Spezialisten für Handchirurgie werden zehn Taten zur Last gelegt, die er in Halberstadt und an anderen Orten zwischen September 2015 und Februar 2018 begangen haben soll. Der schwerste Vorwurf: Nachdem er in seiner Wohnung in Halberstadt mit einer 38-jährigen Friseurin aus Schönebeck, einer ehemaligen Patientin, Sex hatte, starb die Frau sechs Tage später an einer Überdosis Kokain. Die Staatsanwältin wirft ihm vor, dass er mehreren Frauen heimlich Kokain verabreicht hat, um sie gefügig zu machen. Die Droge soll er den Frauen ohne deren Wissen beim Oralsex über seinen Penis oder vaginal verabreicht haben.  Bisher hat es 32 Zeugenvernehmungen gegeben.  Nächster Verhandlungstag ist der 17. Dezember. Möglicherweise folgen am 7. Januar die Plädoyers von Anklage und Verteidigung. Am
10. Januar könnte das Urteil gesprochen werden.


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