Heute ist Montag, 14. Januar 2019. Die Sonne startet um 8.20 Uhr in diesen Montag. 8:13 Stunden ist sie unterwegs, um 16.33 Uhr soll sie wieder untergehen.

"Analog ist das neue Bio". So heißt ein Buch des Politikwissenschaftlers. Der Ausstieg von Grünen-Chef Habeck ließ den "Spiegel" diese Zeile aufgreifen. Und es ist wahrlich nicht dumm, ein paar Gedanken daran verschwenden, ohne in Hashtag- oder Daumen-Hoch-Kategorien zu denken.

Während viele "Freunde" und ein nie versiegender "Newsstream" mittlerweile als Gipfel der Kommunikation gelten, wird andererseits davor gewarnt, dass es keine gemeinsamen Themen mehr gibt. Je mehr Menschen sich ihre Wirklichkeit über ungeprüfte Infos aus dem Netz schaffen, desto mehr Parallelwelten erhalten wir, in denen der eine nicht weiß, worüber der andere spricht.

Auswirkungen zeigt dies in analogen Gesprächsrunden. Auf die Frage, woher die eine oder andere Weisheit stammt, kommt als Quellenangabe immer häufiger Google, Facebook oder Twitter. Woher die die Information haben, spielt dann für die meisten schon keine Rolle mehr. Pipi Langstrumpf feiert fröhliche Urstände: "...ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt".

Der Informatiker Jaron Lanier, ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und von der New York Times schon mal zu den "100 einflussreichsten Personen der Welt" gezählt, hat mit einem Bestseller den Analog-Trend beflügelt: "Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst".

Robert Habeck sagte, dass ihn Twitter zu "aggressiver und zugespitzter Kommunikation" verführe – wohl dem, der es noch merkt. Lanier ist drastischer: "Social Media macht dich zum Arschloch", schreibt er. Und dies ist nur der dritte von zehn Gründen.

Auch als Social-Media-Nutzer mag man kaum widersprechen – sofern man noch ehrlich zu sich selbst sein kann und nicht in hochgereckten Daumen badet. Denn von dort ist es über den auf andere gerichteten Zeigefinger nicht weit bis zum hochgereckten Mittelfinger...

Vielleicht versucht man es mal mit digitalem Intervallfasten. Einen Tag in der Woche ohne Facebook. Twitter & Co. Ist verdammt schwer, zeigt ein Eigenversuch. Aber wenn der Entzug abklingt, staunt man, wie schön ein Tag ohne den dauerhaften Blick aufs Smartphone-Display sein kann...

Einen schönen Start in die Woche wünscht das GZ-Team!

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