Heute ist Montag, der 15. April 2019. Die Sonne geht um 6.23 Uhr auf und um 20.14 Uhr wieder unter. Damit ist sie 13 Stunden und 50 Minuten am Himmel unterwegs.

Wer sich am heutigen Morgen schlurfend in die Küche schleppt und sich vage fragt, wer dieser bleiche Zombie ist, der sich da im Metall der Kaffeemaschine spiegelt, dürfte sich in guter Gesellschaft befinden. Schuld könnte ein nächtlicher „Game of Thrones“-Marathon sein. In Vorbereitung auf den heutigen Start der finalen Staffel der HBO-Kult-Serie (basierend auf den Romanen des Fantasy-Autoren George R. R. Martin), vereinten Wiederholungen der vorangegangenen Staffeln nämlich zuletzt weltweit Zuschauer vor den Fernsehern. 

Heute soll es soweit sein: Staffel acht läuft an. Für Fans ist damit das Ende einer Reise nah. Für Nicht-Fans ist das Ende der ewigen, nervenden Nachfrage in Sicht: „ Wie, Du hast noch nie Game of Thrones gesehen??!“

Während dem Winter draußen in der Realität nach einem letzten verzweifelten Aufbäumen also endlich die Puste ausgeht, ist der Winter im fiktiven Westeros angekommen und mit ihm die Weißen Wanderer. Werden sie siegen und alle lebenden Kreaturen in Eis-Zombies verwandeln? Oder werden die verfeindeten Königreiche der Menschen sich gegen sie verbünden? Eis oder Feuer? Wer wird überleben?

So viele Fragen. Und für manchen sicher die Wichtigste: Wen interessiert’s? Natürlich hat die Geschichte um fiktive Königreiche, psychisch geforderte Persönlichkeiten, Sex, Grausamkeit und magische Kreaturen nicht nur Fans. Die Serie spaltet die Gesellschaft. Während die einen wie besessen jeder nächsten Folge entgegenfiebern, wollen die anderen von Drachen und Eis-Zombies nichts wissen. Dazwischen gibt es gefühlt nichts.

Welch grenzwertige Auswüchse die Hingabe für die blutige Fantasy-Geschichte haben kann, zeigt auch die Tendenz, Kinder nach „Game of Thrones“-Charakteren zu benennen.  Der Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld  macht derzeit Schlagzeilen mit einer aktuellen Auswertung, laut der immer Mehr Namen aus der Serie und ihrer Buch-Vorlage Einzug in Deutsche Kinderzimmer halten.

Der Trend macht auch vor der Region nicht Halt, wie die Baby-Foto-Rubrik der GZ zeigt. Auch dort tauchten zuletzt immer wieder Namen wie „Daenerys“ und „Rhaegar“ auf –  zwei der eher ungewöhnlichen Namenskreationen, die Autor Martin eigens für Charaktere in seinem Buch erfand.

Ob nun Fan oder nicht: Die Serie ist heute in aller Munde und wird es auch nach der Ausstrahlung ihrer letzten Folge dank einiger junger Eltern noch bleiben. (Symbolbild von Iván Tamás auf Pixabay)

Das GZ-Team wünsch einen guten Sart in die Woche - ob mit oder ohne "Game of Thrones".

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