Mit einem Vortrag von Dr. Friedhart Knolle startet die Semesterreihe Wissenschaft, Technik und Ethik der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) am Mittwoch, 17. April. „6000 Jahre Bergbau im Harz und der Wandel von der Natur- zur Kulturlandschaft“ lautet das Thema.

Der Harzraum ist eines der ältesten Bergbau- und Industriegebiete Mitteleuropas. Schon vor 6000 Jahren gab es hier Feuersteinbergwerke und in der Bronzezeit vor über 3500 Jahren begann der Abbau von Kupfermineralen – auch bei Clausthal. Sogar Kriege wurden um diese Schätze geführt – nach Ansicht einiger Forscher war es der Metallreichtum, der Karl den Großen im Zuge der Sachsenkriege veranlasste, den Harzraum dem fränkischen Großreich einzuverleiben. Später brachte insbesondere die Gewinnung von Blei, Kupfer und Silber eine Blüte der Stadt Goslar und der Oberharzer Bergstädte. Dieser Reichtum an bergbaulicher Kultur und Fachwerk ist noch heute zu erleben – nicht umsonst sind die Städte Goslar und Quedlinburg, der Rammelsberg und auch die Oberharzer Wasserwirtschaft sowie die Luther-Gedenkstätten in Eisleben Teil des Unesco-Welterbes.
Doch der Bergbau hatte eine Kehrseite. Boden, Grund- und Oberflächenwasser sowie die Luft und auch Flora, Fauna und der Mensch wurden hier über lange Zeit stark mit Metallen belastet, insbesondere im Umfeld von Clausthal-Zellerfeld, Goslar und Langelsheim. Tiere und Pflanzen wurden ausgerottet und die artenreichen Buchen- und Mischwälder des Harzes wichen artenarmen Fichtenmonokulturen.

Raubbau und Naturlandschaft – und trotzdem eine chancenreiche Zukunft – wie passen diese Nutzungskonflikte zusammen? „Folgen Sie dem Referenten Dr. Friedhart Knolle, Geologe und Mitarbeiter des Nationalparks Harz, auf einer Zeitreise durch 6000 Jahre Bergbaugeschichte im Harz“, heißt es in der Einladung. Der Vortrag der ESG beginnt um 19.30 Uhr in der Graupenstraße 1 a.