Heute ist Samstag, der 18. Mai 2019. Die Sonne ist um 5.25 Uhr aufgegangen, sie soll um 21.08 Uhr wieder untergehen. Der Tag ist 15 Stunden und 45 Minuten lang.

Bürgermeisterwahlen in Seesen, Bad Harzburg und Braunlage und die Europawahl stehen vor der Tür, ein Wahl-Skandal um den Vize-Kanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache erschüttert Österreich. Wer derzeit die Wahl hat, hat häufig auch die Qual.

Dass das vor allem auf die Briten zutrifft, braucht man niemandem mehr zu erklären. Die Labour-Partei hat gestern nach sechs Wochen die Verhandlungen zum Brexit-Deal, in denen sich die regierenden Tories und die Opposition eigentlich auf eine Lösung für die Krise einigen wollten, für gescheitert erklärt.

Ein Ende des Dramas in infiniten Akten ist nicht abzusehen und erinnert immer mehr an das altbekannte Spielchen, das man mit seinen Katzen zuhause spielt: Erst sitzen sie an der Tür und schreien, weil sie raus wollen, und dann beäugen sie unbewegt durch die geöffnete Tür das Wetter und finden die harte Realität entfernt vom gemütlichen Ofen doch nicht mehr so attraktiv. Aber wehe, man wagt, die Tür wieder schließen zu wollen…

Überhaupt können sich Politiker beim felinen Verhalten noch viel abschauen. Immerhin wissen die cleveren Katzen-Biester, wie man das Vertrauen von Menschen gewinnt, denen man sich insgeheim überlegen fühlt. Zum Beispiel bieten sie Gefälligkeiten - wie die gnädige Erlaubnis, ihnen den Bauch zu kraulen - im Austausch gegen das skrupellose Durchsetzen ihrer eigenen Interessen - zum Beispiel Futter - an.

Worum ging es noch gleich im Skandal um FPÖ-Chef Strache? Der soll laut übereinstimmenden Medienberichten vor dem Wahlkampf 2017 bereit gewesen sein, Staatsaufträge gegen Wahlkampfhilfen zu tauschen. Miau.

So ist das eben mit der Katzenhaltung und der Demokratie: beide sind oft anstrengend, beide oft enttäuschend. Nur in einem Punkt unterscheiden sie sich. Denn die Demokratie ist laut dem berühmten Zitat von Winston Churchill „die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert wurden“ - Sie ist alternativlos. Katzen-Kritiker hingegen können sich einfach einen Hund oder einen Goldfisch zulegen. (Symbolbild: skeeze auf Pixabay)

Das GZ-Team wünscht einen wahllos schönen Samstag.

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