Heute ist Montag, 5. August 2019. Die Sonne ist um 5.46 Uhr aufgegangen. Sie ist heute 15:13 Stunden unterwegs und wird sich erstmals vor 21.00 Uhr, genau um 20.59 Uhr, verabschieden.

Eins vorab:  Ich bin kein deutscher Sprachpurist, immer mal wieder schlüpfen englische (und leider auch denglische) Wörter über meine Lippen. Ausgerechnet bei der ARD-Sportschau aber ist aktuell zu erleben, dass Anglizismen oft skurrile Formen annehmen.

Obwohl nichts an die Werbung heran reicht. Erinnert sei an die Untersuchung aus dem Jahr 2004, als sich herausstellte, dass viele Konsumenten die Botschaften schlicht nicht verstehen. Legendär bis heute der Satz der Parfümeriekette "Douglas": "Come in and find out". Zumeist übersetzt mit "Komm rein und finde (wieder) heraus"...

In dieser Ahnenreihe missglückter Konstruktionen bewegt sich die ARD-Sportschau (Foto: Screenshot). Sie begleitet in einem starken Podcast (Hördatei) deutsche Top-Athleten auf deren Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio.  Grandioser Titel: "Go To Tokio To Go". Selbst die besten Internet-Übersetzer  lieferten dazu alle dasselbe Ergebnis: "Go To Tokio To Go" heißt "Geh nach Tokio, um zu gehen" – genau dies wollen die deutschen Athleten vermutlich nicht. Zumindest nicht ohne Medaillen...

Was waren das noch für Zeiten, als solch starke Hintergrundreportagen, ob nun zum Hören, Sehen oder Lesen, noch schlicht und treffend "Olympiatagebuch" ("Olympic diary") hießen. Und – ein bisschen schlaumeiern am Montagmorgen muss sein – wenn schon auf Englisch, dann Tokio bitte auch als Tokyo.

Wer Alternativen zu Anglizismen sucht, wird beim Verein Deutsche Sprache in dessen "Anglizismenindex" fündig. Auch sonst eine sehr besuchenswerte Seite.

Einen schönen Montag und damit einen guten Start in die Woche wünscht das GZ-Team (ähm: die GZ-Mannschaft)!

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