Was für eine Sprache, welch merkwürdige Schreibweisen! Und: Wo hörten die einzelnen Wörter eigentlich auf? Sieglinde Bauer war gleich am Anfang fast schon wieder weg vom Thema. Als sich die pensionierte Gymnasiallehrerin aber auf das Mittelniederdeutsche, die vielen Abkürzungen im Text und die unterschiedlich in Buchstaben gegossenen Wörter eingelassen hatte, wurde ihr das Goslarer Häuserbuch zum stetigen Begleiter im beruflichen Ruhestand.

Es ist das erste Grundbuch der Stadt Goslar und umfasst in kontinuierlichen Einträgen die Grundstücksbewegungen im Zeitraum zwischen 1443 und 1505. Als Band 61 in der Reihe „Beiträge zur Geschichte der Stadt Goslar/Goslarer Fundus“ geben der Geschichtsverein und die Stadt das Werk gemeinsam heraus und stellen es am 28. November (Donnerstag, 18 Uhr) im Großen Heiligen Kreuz der Öffentlichkeit vor.

Die Autorin ist übrigens überzeugt, dass etliche Korrekturen an der Goslarer Geschichtsschreibung vorzunehmen sind. Bauer hat in erster Linie Karl Frölich im Blick. Er habe mit seiner Vorstellung von der Topographie Goslars „Unheil angerichtet“ - eine spannende Ansage. (Foto: Heine)